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Litauen21,95 €10 € ab 150 €200 €
Luxemburg12,95 €–150 €
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Portugal19,95 €10 € ab 150 €200 €
Rumänien27,50 €10 € ab 150 €nicht möglich
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Bierschule › Lager & Pils · Hopfig & Herb

Pils

Pils ist ein helles, untergäriges Lagerbier mit deutlicher Hopfenbittere. Ein tschechisches Pils ist voller und weicher in der Bittere, ein deutsches Pils trockener und frischer, mit einer Bittere, die länger nachhängt.

  • Alkoholmeistens 4,2–5,8 %; das leichte tschechische výčepní 3–4,1 %
  • EinstiegLeicht zum Anfangen

So schmeckt es meistens

Bitter
Süß
Sauer
Geröstet
Fruchtig
Vollmundig

Durchschnitt für diesen Stil; jedes Bier hat seinen eigenen Akzent.

Was ist das?

Pils wird aus hellem Malz, Hopfen und untergäriger Lagerhefe gebraut. Das BJCP unterscheidet zwei Hauptformen: - Tschechisches Pils: reiches, brotartiges Malz, blumiger und würziger Hopfen und eine ausgeprägte, aber weiche, runde Bittere mit langem Abgang. Ein Hauch Karamell oder buttrige Töne ist erlaubt. Das Wasser mit wenig Sulfat und Carbonat gibt diesen weichen Hopfengeschmack. - Deutsches Pils: heller in Farbe und Körper, trockener und frischer, mit mehr Kohlensäure und einer Bittere, die nachhängt. Laut BJCP wird deutsches Pils von Süd nach Nord meistens heller, trockener und bitterer.

In Tschechien ist das leichtere výčepní (3–4,1 %) laut BJCP das meistgetrunkene Bier. „Pilsner“ heißen dort nur Pilsner Urquell und Gambrinus; das BJCP beschreibt den Stil als Bier „vom Pilsner Typ“.

Viele internationale Markenbiere, die „Pilsner“ heißen, zählt das BJCP zum internationalen hellen Lager: stark vergoren und ohne ausgeprägte Aromen. Auch „Dutch lager“ fällt darunter. In den Niederlanden darf „pils“ gesetzlich nur auf ein hell gefärbtes Bier mit einem Extraktgehalt der Stammwürze von 11 bis 13,5 % (das ist kein Alkoholgehalt) stehen, ohne zugesetzte Früchte, Fruchtsaft oder Aromen.

Mythos oder Fakt?

Mythos

‘Echtes Pilsner muss aus Pilsen kommen.’

Außerhalb Tschechiens ist Pils in der Praxis eine Sortenbezeichnung. Die Brauereien in Pilsen wiesen das 1891 zurück, aber der Londoner Zoll sah „Pilsener Beer“ schon 1889 als Biersorte.

Mythos

‘Echtes Pilsner muss aus Pilsen kommen.’

Der Name verweist auf die Stadt Plzeň (Pilsen), wo 1842 das erste Bier der neuen Brauerei herauskam. 1889 meldete das österreichisch-ungarische Generalkonsulat in London, dass dort viel deutsches Lagerbier, vor allem aus Bremen und Hamburg, als „Pilsener Beer“ verkauft wurde. Der Londoner Zoll fand das nicht gesetzeswidrig: In London verstand man unter „Pilsener Beer“ laut ihm eine Biersorte, unabhängig davon, wo sie gebraut wurde, jedenfalls wenn die wahre Herkunft dabei angegeben war. Die beiden Brauereien in Pilsen wiesen das 1891 zurück: Ihrer Ansicht nach musste Pilsener in Pilsen gebraut sein. Das steht in der Jubiläumsgeschichte der Brauerei von 1892, übersetzt von Peter Dyer in der Zeitschrift Brewery History.

Heute ist Pils in der Praxis eine Stilbezeichnung. Das niederländische Gesetz verlangt für „pils“ ein hell gefärbtes Bier mit einem Extraktgehalt der Stammwürze von 11 bis 13,5 % (kein Alkoholgehalt) und verbietet Früchte und Aromen; über die Herkunft sagt das Gesetz nichts. In Deutschland beruht die Bezeichnung Pils laut der bayerischen Lebensmittelbehörde LGL auf dem, was im Handel üblich ist, nicht auf einer gesetzlichen Definition.

In Tschechien ist es anders: Dort heißen laut BJCP nur Pilsner Urquell und Gambrinus „Pilsner“. „Urquell“ bedeutet „ursprüngliche Quelle“.

Quellen

Mythos

‘Die Hefe für das erste Pils wurde von einem Mönch aus Bayern nach Pilsen geschmuggelt.’

Laut der Jubiläumsgeschichte der Brauerei von 1892 wurden Anstellhefe und gärende Würze ganz normal in Bayern gekauft.

Mythos

‘Die Hefe für das erste Pils wurde von einem Mönch aus Bayern nach Pilsen geschmuggelt.’

Die Geschichte vom schmuggelnden Mönch steht laut Cornell in viel zu vielen Quellen. Der Bierhistoriker Martyn Cornell fasste 2011 die Archivforschung von Evan Rail zusammen. Rail las den Antrag von 1839, mit dem zwölf angesehene Bürger von Pilsen die Brauerei im Grunde gründeten, und die Jubiläumsgeschichte der Brauerei über 1842–1892.

Daraus geht hervor, dass die Hefe nicht von einem Mönch geschmuggelt und wahrscheinlich auch nicht vom Brauer Josef Groll mitgebracht wurde. Laut dem Buch von 1892 wurden Anstellhefe für den ersten Sud und gärende Würze in Bayern gekauft.

Auch zum Bau sind die Unterlagen eindeutig. Der Erbauer der Brauerei besuchte die größten böhmischen Brauereien, die bereits untergäriges Bier herstellten. Der Architekt reiste im Dezember 1839 nach Bayern, um große Brauereien in München und anderswo zu besichtigen. Um die neue Brauerei zu leiten, wurde der 29-jährige bayerische Brauer Josef Groll aus Vilshofen eingestellt.

Quellen

Mythos

‘Lager wurde 1842 in Pilsen erfunden.’

1842 kam in Pilsen ein Bier heraus, das als erstes helles Lager gilt. Untergäriges, kalt gelagertes Bier gab es in Bayern damals schon seit Jahrhunderten.

Mythos

‘Lager wurde 1842 in Pilsen erfunden.’

Laut „Historisches Lexikon Bayerns“ verbreitete sich die kalte Gärung in Bayern ab dem 16. Jahrhundert, und die Untergärung war damals schon allgemein bekannt. Pilsen baute seine Bürgerbrauerei unter anderem deshalb, weil die Stadt 1839 schon von untergärigem Bier nach bayerischer Art „überschwemmt“ wurde.

Was 1842 in Pilsen neu war, war die Farbe. Mit Malzdarren nach englischem Vorbild, die indirekt beheizt wurden, ließ sich helles Malz leichter herstellen, während bayerische Lagers damals noch ziemlich dunkel waren. Auch dieses „erste helle Lager“ ist nicht ganz sicher: Das BJCP merkt an, dass es möglicherweise schon früher helle Lagers in Böhmen gab.

Wie alt Lager genau ist, steht nicht fest. Wir wissen aber, dass Hefekulturen vor 1883, als Emil Christian Hansen Reinzuchthefe isolierte, zumindest in Bayern Mischungen aus ober- und untergärigen Hefen waren, in denen auch wilde Hefen und Milchsäurebakterien steckten. Untergärung im streng modernen Sinn gab es davor also nicht.

Quellen

Mythos

‘Bier in grünen oder durchsichtigen Flaschen schmeckt durch Wärme „skunky“ (nach Stinktier).’

Dieser Stinktiergeruch kommt vom Licht, nicht von Wärme. Licht baut Bitterstoffe aus dem Hopfen ab; braunes Glas schützt besser als grünes oder klares Glas, und Dosen lassen kein Licht durch.

Mythos

‘Bier in grünen oder durchsichtigen Flaschen schmeckt durch Wärme „skunky“ (nach Stinktier).’

Der „skunky“- oder „lightstruck“-Geruch ist ein bekannter Bierfehler mit chemischer Ursache. Laut Untersuchungen unter anderem der Universität Gent (Huvaere u. a., 2006) kommt er vor allem vom Stoff 3-Methylbut-2-en-1-thiol (MBT), der schon bei wenigen Nanogramm pro Liter stinkt. MBT entsteht, weil Licht die Bitterstoffe aus dem Hopfen (Iso-Alphasäuren) abbaut. Riboflavin (Vitamin B2) im Bier fängt das Licht auf und setzt die Reaktion in Gang; ein Schwefelfragment, unter anderem aus Aminosäuren, vollendet den Stoff. Blaues Licht (350–500 nm) erwies sich als am wirksamsten.

Deshalb kommt es auf die Verpackung an. Laut Brewers Association (BA) schützt braunes Glas etwas, grünes Glas weniger und klares Glas kaum. Ein Patent von Molson aus dem Jahr 1981 bestätigt mit Messungen, dass klares Glas das meiste und braunes Glas das wenigste schädliche Licht durchlässt. Aber auch braune Flaschen gehören laut BA nicht in grelles Licht, und laut einem Leitfaden von CraftBeer.com (ebenfalls von der Brewers Association) kann der Stinktiergeruch dann schon innerhalb weniger Sekunden entstehen. Dosen nennt die BA „Minifässchen“, die Bier vor Licht schützen.

Wärme ist allerdings schlecht für Bier, verursacht aber andere Mängel. Laut Brewers Association neigten Lagers, die bei 25 °C gelagert wurden, zu karamelligen Noten, und bei 30–37 °C zu einem Kartongeschmack (Alterung durch Oxidation). Ein Stinktiergeruch gehört nicht dazu.

Quellen

Woher kommt es?

Pils ist nach der tschechischen Stadt Plzeň (Pilsen) benannt. 1839 baten Bürger dort um die Erlaubnis für eine eigene Mälzerei und Brauerei, unter anderem weil die Stadt von untergärigem Bier nach bayerischer Art „überschwemmt“ wurde. 1842 brachte die neue Brauerei ihr erstes Bier heraus, das dem bayerischen Brauer Josef Groll zugeschrieben wird. Neu war vor allem die helle Farbe: Mit Malzdarren nach englischem Vorbild ließ sich helles Malz leichter herstellen, während die bayerischen Lagerbiere laut dem Bierhistoriker Martyn Cornell damals noch ziemlich dunkel waren. Laut BJCP gab es in Böhmen vielleicht schon früher helle Lagerbiere.

In Deutschland wurde Pils laut BJCP Anfang der 1870er-Jahre zum ersten Mal gebraut. Heute ist es dort mit fast der Hälfte des Marktes das beliebteste Bier, so der Deutsche Brauer-Bund.

Das erste in den Niederlanden gebraute Pilsener kam laut dem Historiker Roel Mulder 1879 aus Amersfoort; Heineken und Amstel folgten 1881 und 1882. Pils ist in den Niederlanden noch immer mit Abstand die größte Biersorte, so Nederlandse Brouwers.

So schenkst du es ein

Ein guter Ausgangspunkt: 4–7 °C in einem schmalen, hohen Glas (CraftBeer.com empfiehlt ein Flötenglas). Trink Pils so frisch wie möglich, denn Hopfen und Malz verblassen mit der Zeit.

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Ähnlich wie: Lager & Pils, Helles

Begriffe

Untergärung
Gärung mit Lagerhefe bei niedrigeren Temperaturen, bei der die Hefe zu Boden sinkt, wie bei Pils und anderen Lagers.
Lagern
Bier, vor allem untergäriges Bier, nach der Gärung eine Zeit lang kalt reifen lassen, damit Hefe und Eiweiße absinken können und der Geschmack besser wird; das Wort bedeutet „einlagern“.
Hopfen
Die kegelförmigen Blüten der weiblichen Hopfenpflanze (Humulus lupulus), die dem Bier Bittere, Duft und Geschmack geben und Bakterien hemmen.
Abgang
Der Geschmack und Duft, die zurückbleiben, nachdem du das Bier geschluckt hast, zum Beispiel eine lang nachklingende Bittere.
Stammwürze
Die Würze vor der Gärung. Der Extraktgehalt der Stammwürze (in Prozent oder Grad Plato) sagt, wie viele gelöste Stoffe, vor allem Zucker, darin stecken; er ist kein Alkoholgehalt, aber das gesetzliche Maß unter anderem für Pils und Bok in den Niederlanden und für Bockbier in Deutschland.
Quellen dieser Seite