Bierschule · Dunkel & Cremig
Porter
Porter ist ein dunkelbraunes bis fast schwarzes Bier, das Anfang der 1720er-Jahre in London aufkam. Die englische Version schmeckt nach Toast, Karamell und milder Schokolade; die amerikanische ist kräftiger geröstet und bitterer.
- Alkoholmeist 4,0–6,5 %; Baltic Porter 6,5–9,5 %
- EinstiegFür alle, die schon etwas probiert haben
So schmeckt es meistens
- Bitter
- Süß
- Sauer
- Geröstet
- Fruchtig
- Vollmundig
Durchschnitt für diesen Stil; jedes Bier hat seinen eigenen Akzent.
Was ist das?
Mythos oder Fakt?
Mythos
‘Porter wurde 1722 vom Brauer Ralph Harwood erfunden, als Ersatz für Three Threads, eine Mischung, die aus drei Fässern gezapft werden musste.’
Diese Geschichte tauchte erst 1802 auf, achtzig Jahre nach dem ersten Porter, und hält nicht stand. Porter war eine verbesserte Version des bestehenden Londoner braunen Biers.
Wahr
‘Porter ist nach den Lastenträgern (Porters) von London benannt.’
Stimmt: Zeitgenossen schrieben schon, das Bier habe so geheißen, weil Lastenträger es viel tranken. Gemeint waren vor allem die Lastenträger an den Themse-Kais und auf der Straße, nicht speziell die Markträger von Covent Garden.
Teilweise wahr
‘Porter und Stout sind zwei deutlich verschiedene Bierstile.’
Historisch war Stout einfach stärkeres Porter. Stilrichtlinien ziehen heute eine Linie (Porter braun, Stout schwarz), aber in der Praxis überschneiden sie sich weitgehend.
Mythos
‘Der Name Porter kommt vom niederländischen Wort „poorter“.’
Nein. „Poorter“ bedeutete Bürger und war keine Biersorte, und vor dem 21. Jahrhundert stellte niemand diesen Zusammenhang her.
Woher kommt es?
So schenkst du es ein
Ein guter Ausgangspunkt: 10–13 °C in einem englischen Pintglas. Ein Baltic Porter darf etwas kälter sein, etwa 7–10 °C.
Probier es selbst
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Begriffe
- Obergärung
- Gärung mit Hefe, die beim Gären nach oben steigt (Alehefe), meist bei höherer Temperatur als die Untergärung; so werden unter anderem Pale Ale, IPA, Stout, Weizen und belgische Stile wie Witbier, Dubbel und Tripel gemacht.
- Untergärung
- Gärung mit Lagerhefe bei niedrigeren Temperaturen, bei der die Hefe zu Boden sinkt, wie bei Pils und anderen Lagers.
- Lagern
- Bier, vor allem untergäriges Bier, nach der Gärung eine Zeit lang kalt reifen lassen, damit Hefe und Eiweiße absinken können und der Geschmack besser wird; das Wort bedeutet „einlagern“.
- Malz
- Getreide, meist Gerste, aber zum Beispiel auch Weizen, das geweicht, gekeimt und getrocknet wurde, damit Zucker für die Hefe verfügbar wird; je stärker das Malz geröstet ist, desto dunkler das Bier.
- Double / Imperial
- Bezeichnung für eine stärkere und intensivere Version eines bekannten Stils, wie ein Double IPA (laut BJCP 7,5–10 % Alkohol) oder ein Imperial Stout (8–12 %).
Quellen dieser Seite
- BJCP 2021 Style Guidelines — 13C English Porter
- BJCP 2021 Style Guidelines — 20A American Porter
- BJCP 2021 Style Guidelines — 9C Baltic Porter
- Brewers Association 2026 Beer Style Guidelines, published by the Brewers Association
- Martyn Cornell, Zythophile — The origins of porter, and a bit about three threads (2010, archiefkopie)
- Martyn Cornell, Zythophile — The three threads mystery and the birth of porter (2015, archiefkopie)
- Martyn Cornell, Zythophile — No, porter was not named after the porters of Covent Garden, Smithfield and Billingsgate (2025, archiefkopie)
- Martyn Cornell, Zythophile — So what is the difference between porter and stout? (2009, archiefkopie)
- CraftBeer.com (Brewers Association) — English-Style Brown Porter
- CraftBeer.com (Brewers Association) — Baltic-Style Porter