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Bierschule › Hopfen · Hopfensorte

Strata

Strata ist ein amerikanischer Aromahopfen aus Oregon, seit 2018 auf dem Markt. Laut Züchter riecht er nach Passionsfrucht, Erdbeere und Grapefruit, mit einer „dank“-Note, die an Cannabis erinnert.

  • LandVereinigte Staaten (Oregon)
  • ZüchterOregon State University und Indie Hops
  • Eingeführt2018
  • Abstammungoffene Bestäubung von Perle (Vater unbekannt)
  • TypAroma
  • Alphasäure12–15 % (laut Züchter; unterscheidet sich je nach Ernte)

Was ist das?

Strata stammt aus dem Zuchtprogramm der Oregon State University (OSU) und des Hopfenhändlers Indie Hops aus Portland. Der OSU-Forscher Shaun Townsend, der technische Leiter dieses Programms, nennt Strata die erste Aromasorte, die aus der Zusammenarbeit auf den Markt kam.

Laut Indie Hops wurde Strata 2009 „geboren“, als Nachkomme einer frei bestäubten Perle-Pflanze auf einem Versuchsfeld der OSU in Corvallis: Die Mutter ist also bekannt, der Vater nicht. Bei den Versuchen hieß die Pflanze 9-1-331, kurz X-331. Die amerikanische Agrarstatistik führt die Sorte weiterhin als „Strata®, OR 91331“.

Indie Hops brachte Strata 2018 auf den Markt. Das Wort strata bedeutet „Schichten“. Laut Townsend wählte Indie Hops ihn, weil die Sorte je nach Zeitpunkt der Zugabe durch den Brauer verschiedene Geschmäcker gibt.

Aroma und Geschmack

Wissenschaftliche Forschung zu Strata dreht sich vor allem um Thiole: Schwefelverbindungen, die du schon in winzigen Mengen riechst. In einer Studie der Technischen Universität München (mit einem Forscher des Hopfenhändlers Hopsteiner) von 2024 mit 32 Hopfensorten gehörte Strata, zusammen mit Citra und Mosaic, zu den Sorten, die reich an beiden gemessenen Thiolen waren: 4MMP, das nach schwarzer Johannisbeere riecht, und 3MH, mit einem Duft nach Grapefruit oder Rhabarber. Eine zweite Studie, von Forschern des Hopfenhändlers Hopsteiner, mit 250 Proben von 97 Sorten, stufte Strata in die höchste Kategorie für „Thiol-Impact“ ein. Diese Gehalte schwanken allerdings stark je nach Anbaugebiet, Erntejahr und Erntezeitpunkt.

Indie Hops beschreibt Strata als Passionsfrucht, Melone, Erdbeere, Grapefruit, „rock concert cannabis“ und getrocknete Chilischote. Der Züchter Townsend erzählt, dass die frischen Dolden zunächst enttäuschten: Sie rochen unangenehm, fast sauer, mit tropischen Früchten und einem erdigen Cannabisduft darunter. Nach dem Trocknen war diese saure Note verschwunden.

Auch der Zeitpunkt der Zugabe scheint zu zählen, schreibt der Züchter. Bei späten Zugaben in der heißen Phase und bei der Kalthopfung mitten in der Gärung treten mehr Passionsfrucht und Erdbeere hervor; bei der Kalthopfung nach der Gärung mehr rosa Grapefruit und die cannabisartige Note.

Verwendung und ähnliche Hopfen

Strata ist vor allem ein Hopfen für Aroma und Geschmack: spät in der Sudpfanne, im Whirlpool und bei der Kalthopfung. Die OSU nennt ihn einen Aromahopfen, auch wenn er laut Züchter 12–15 % Alphasäure enthält. Indie Hops liefert ihn in verschiedenen Formen: - gewöhnliche Pellets und ganze Hopfendolden; - Pellets aus konzentriertem Lupulin (Strata Cryo und Strata CGX); - einen Hopfenextrakt mit zusätzlichem Hopfenöl (Strata HyperBoost).

Laut Züchter passt Strata in Hazy IPAs, in West Coast IPAs (zum Beispiel zusammen mit Chinook oder Cascade) und in Pale Ales. Auch Brauer von Lagern überraschten Indie Hops: Darin tritt vor allem die Erdbeere hervor. Der Züchter vermutet, dass das vielleicht am deutschen Perle in der Abstammung liegt.

Welcher Hopfen ihm ähnelt, sagt keine der Quellen, die wir herangezogen haben. In beiden Thiol-Studien fiel Strata zwar in dieselbe Gruppe wie Citra und Mosaic, aber das betrifft nur diese Thiole, nicht das gesamte Aroma.

Mythos oder Fakt?

Teilweise wahr

‘Je mehr Hopfen in einem Bier steckt, desto länger bleibt es gut.’

Hopfen hemmt einen Teil der Bakterien, die Bier verderben, das stimmt. Aber nicht alle Bierverderber, und gerade das Hopfenaroma selbst ist empfindlich: Stark gehopfte Biere trinkst du am besten frisch und lagerst sie kühl.

Teilweise wahr

‘Je mehr Hopfen in einem Bier steckt, desto länger bleibt es gut.’

Ein Körnchen Wahrheit steckt darin. Um 1150 schrieb Hildegard von Bingen bereits, dass Hopfen durch seine Bittere einen Teil des Verderbs aus Getränken fernhält, sodass sie länger gut bleiben. Laut dem Bierhistoriker Martyn Cornell konnte ungehopftes Ale manchmal schon nach ein oder zwei Wochen verderben. Moderne Forschung bestätigt, dass Iso-Alphasäuren aus Hopfen grampositive Bakterien hemmen.

Aber Hopfen schützt nicht vor allem. Manche Stämme von Milchsäurebakterien, wie Lactobacillus brevis, sind hopfenresistent, und auch gramnegative Bakterien wie Pectinatus und Megasphaera können Bier verderben.

Wichtiger für den Liebhaber: Was Hopfen an Aroma und Geschmack gibt, ist gerade empfindlich. Laut einem Übersichtsartikel von 2023 ist die Aromastabilität von kaltgehopftem Bier gering. In einem Lagerversuch sanken zwei Gruppen von Hopfenbitterstoffen (Humulinone und Alphasäuren) in den ersten drei Monaten bei 20 °C deutlich, und kaum bei 3 °C. Laut den Autoren lagerst du kaltgehopftes Bier deshalb am besten kühl, bei etwa 4 °C. Eine Studie mit elf in Deutschland gebrauten hopfigen Ales relativiert das allerdings: Manche Hopfenaromastoffe, etwa Linalool und Geraniol, blieben beim Lagern ziemlich stabil, aber in manchen Ales hing das Hopfenaroma von weniger stabilen Estern ab. Und Licht kann Iso-Alphasäuren abbauen, was zu einem Stinktiergeruch beiträgt.

Kurz: Hopfen hilft gegen einen Teil des Verderbs, aber ein stark gehopftes Bier ist kein Bier zum Lagern.

Quellen

Aus der Geschichte

2010 legte die OSU bei Corvallis einen Zuchtgarten an. Ein Drittel der Sämlinge kam zunächst auf ein niedriges Gerüst von etwa 1,8 Metern. Die besten kamen 2011 auf das normale Gerüst von knapp 5,5 Metern; X-331 war einer davon. Danach folgten kleine Versuchsfelder bei zwei Hopfenbetrieben im Willamette Valley, die seit Generationen anbauen, und schließlich Parzellen von etwa einem Acre (0,4 Hektar). Indie Hops verteilte diesen Hopfen an rund hundert Brauer. Auf einem Spezifikationsblatt des Händlers Haas steht 2009 als Jahr der Freigabe; laut Indie Hops ist 2009 das Geburtsjahr der Pflanze, und Strata kam 2018 auf den Markt.

In Oregon standen 2023 839 Acres Strata, etwa 340 Hektar. 2025 waren es nur noch 326 Acres, etwa 130 Hektar.

So schmeckst du es

Ein guter Ausgangspunkt: ein Hazy IPA oder Pale Ale, in dem Strata die Hauptrolle spielt. Riech zuerst. Erkennst du Passionsfrucht, Erdbeere oder rosa Grapefruit, mit etwas Erdigem und „Dank“ darunter, dann ist das das Profil, das der Züchter beschreibt. Probier danach ein Lager mit Strata: Laut Züchter tritt darin vor allem die Erdbeere hervor.

Hopfenaroma ist empfindlich. Trink solche Biere deshalb frisch und lagere sie kühl.

Hier spielt es die Hauptrolle

Weitere Hopfensorten

AmarilloCascadeCentennialChinookCitraColumbus (CTZ)East Kent GoldingsEl DoradoFuggleGalaxyHallertau BlancHallertauer MittelfrühIdaho 7MosaicMotuekaNectaronNelson SauvinRiwakaSaazSabroSimcoeTettnangerVic Secret

Begriffe

Thiole
Schwefelverbindungen, die du schon bei wenigen bis zu einigen Dutzend Nanogramm pro Liter riechst, wie 4MMP (schwarze Johannisbeere, Passionsfrucht) und 3MH (Rhabarber, Grapefruit); sie stammen aus Hopfen und auch aus Malz, oft in gebundener Form, aus der Hefe sie während der Gärung freisetzen kann.
Alphasäuren
Die wichtigsten Bitterstoffe aus dem Hopfen (Humulone); sie lösen sich schlecht und sind kaum bitter, werden aber beim Kochen zu Iso-Alphasäuren, die dagegen bitter schmecken.
Hopfenöl
Das flüchtige, aromatische Öl aus dem Hopfen (laut John Palmer 0,5–3 % des getrockneten Hopfens; manche moderne Sorten liegen höher, Galaxy laut HPA 2,6–3,3 ml pro 100 Gramm), mit Stoffen wie Myrcen, Linalool und Geraniol; es verdampft beim Kochen größtenteils, deshalb geben Brauer Aromahopfen spät zu oder setzen ihn zur Kalthopfung ein.
Lupulin
Die gelben Körnchen (Drüsen) am Grund der Blättchen der Hopfendolde; darin stecken die Harze mit den Bitterstoffen und das Hopfenöl, das für das Aroma sorgt.
Kalthopfung (Dry Hopping)
Hopfen zugeben, nachdem die Würze gekocht wurde, oft während oder nach der Gärung, vor allem für einen frischen, starken Hopfenduft.
Offene Bestäubung
Zuchtmethode, bei der Samen von einer Mutterpflanze geerntet wird, die frei von männlichen Pflanzen in der Nähe bestäubt wurde: Die Mutter ist bekannt, der Vater meistens nicht. So entstanden unter anderem Strata, Sabro und Columbus.
Quellen dieser Seite